Alles Neu Macht Der Winter: Auf der Suche nach Podcast-Mitmachern
Von derAlekx | 30.Januar 2010
Viel ist passiert in den letzten Wochen: Studienende vor der Nase, Umzug nach Berlin, Zusatzstudium an der School of Design Thinking am HPI in Potsdam und noch vieles weitere mehr.
Da bleiben einige Sachen auf der Strecke. So leider auch mein MedienKulturPodcast. Nachdem ich in E-Mails immer mal wieder nach neuen Folgen gefragt wurde und nachdem ich auch für mich selber festgestellt habe, dass der Spaß am Podcasting um ein vielfaches größer als der Zeitaufwand ist, will ich nun wieder durchstarten, wenn auch mit einigen Änderungen:
Der MedienKulturPodcast als Interviewrunde mit spannenden Gästen wird fortgeführt, die ersten Termine sind schon vereinbart, die Aufnahmen werden aber wohl erst rund um die Berlinale stattfinden.
Daneben würde ich gerne einen oder zwei weitere Podcasts machen, die sich mit den aktuellen Tendenzen in den Bereichen Film, Video, Gaming und den abzeichnenden Konvergenzen beschäftigt. Ich stelle es mir so vor, dass man die aktuellen Themen in (mehr oder weniger) regelmäßigen Abständen bespricht und neue Services vorstellt; Trends analyisert und die sich ergebenden Veränderungen einzuschätzen versucht. Ob das nun die „Lost Films“-Initiative oder die digitale Technik im Film Avatar ist – das Spektrum ist weit und hängt natürlich auch von den Interessen der Mitmachenden ab. Ebenso wird auch die Ausgestaltung des Podcasts von allen Beteiligten mitbestimmt. Ich könnte mir bei einem solchen Vorhaben z.B. einen Video-Podcast vorstellen. Dann könnte Ausschnitte aus Filmen oder Spielen, Screencasts von neuen Services und Plattformen und ähnliches mit einbinden.
Wenn Du also Interesse an der audiovisuellen Kultur hast, Dich zumindest ein Teilgebiet fasziniert und Du darüber hinaus auch die aktuellen Entwicklungen im Internet mitverfolgst, dann solltest Du ernsthaft überlegen, ob nicht ein Podcast genau das richtige für Dich wäre!
Freue mich auf jeden Fall über Mails und Kommentare, Anregungen und weitere Ideen zu den kommenden Aktivitäten!
Wer Lust hat mitzumachen, einfach eine Mail schicken an: derAlekx@medienkulturblog.de
P.S.: Und irgendwann gibt’s dann jetzt auch mal das lang angekündigte Redesign:)
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MedienKulturPodcast #4: Karin Haager und Ulrich Mueller-Uri (flimmit)
Von derAlekx | 19.November 2009
Wie schwierig kann es sein ein Podcast-Interview zu führen? Für diese Folge mussten alles Register gezogen werden. Vereinbart war ein Skype-Interview - aber meine Technik wollte nicht mitspielen. Dann haben wir uns kurzfristig auf ein Vor-Ort Interview geeinigt und auf dem Weg dorthin geriet ich in den ersten Schneesturm des Jahres. Eingeschneit und durchnässt kam ich an und man gab mir dankenswerterweise erstmal ein Handtuch um die gröbsten Zeichen des Wetters zu beseitigen. Aber es hat sich gelohnt!
Ich war zu Gast bei flimmit, einer Video-on-Demand Plattform. Das Büro lag im Hinterhaus und stellt damit wohl die urbane Variante des aus den USA bekannten Garagen-Start-Ups dar. Im Gespräch bin ich in dieser Folge mit Karin Haager und Ulrich Mueller-Uri, den Geschäftsführern von flimmit. Wir haben uns über das Video-on-Demand Geschäft unterhalten. Wo gibt es Potentiale für Streaming- und Downloadangebote von Filmen und wie wird sich dieser Markt entwickeln?
Viel Spaß mit der 4. Folge des MedienKulturPodcast. Anmerkungen und Kritik sind wie immer gern gesehen, direkt unten in den Kommentaren oder per E-Mail an derAlekx ät medienkulturblog Punkt de
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MedienKulturPodcast #3: Tino Kreßner (Filmtrip.de)
Von derAlekx | 29.Oktober 2009
In der heutigen dritten Folge des MedienKulturPodcast darf ich Tino Kreßner begrüßen. Er war an einem Film namens “Mitfahrgelegenheit” beteiligt. Dieser Film versuchte potentielle Zuschauer frühzeitig in den Produktionsprozess einzubinden. Dafür gab es die Internetseite Filmtrip.de, auf der unterschiedliche Formen der Partizipation ausprobiert wurden.
Im Gespräch geht es um diese Mitbestimmungsmöglichkeiten im genannten Film sowie die Schlussfolgerungen für den Mainstream- und Indie-Filmbereich.
Tino Kreßner ist Mitbegründer der Agentur MedienWG und betreibt zugleich auch eine interessante Seite über Marketing 2.0 mit Namen WEandX.de.
Über Diskussionen, Anregungen und Kritik freue ich mich wie immer sehr. Das Abonnieren des Podcast geht übrigens über diesen Link.

Der MedienKulturPodcast steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
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MedienKulturPodcast #2: Wolfgang Gumpelmaier (FilmTiki)
Von derAlekx | 9.Oktober 2009
Heute gibt es die zweite Folge des MedienKulturPodcasts. Begrüßen darf ich Wolfgang Gumpelmaier von FilmTiki (hier der Blog mit schönen Wochenzusammenfassungen und der Twitter-Account). Wir sprechen über die Vermarktung von Filmen, Hauptaugenmerk liegt dabei auf sogenannten Indie-Filmen. Gerade die Möglichkeiten der digitalen Welt werden dabei ergründet.
Im Podcast werden einige Filme und Seiten angesprochen, die ich hier gerne als Zusatz verlinken möchte:
So kommt der Long Tail-Ansatz zur Sprache, Wikipedia hat eine sehr knappe Einführung (mit Grafik), auch der Blog von Chris Anderson bietet interessante Aspekte zur Thematik.
Der Blog zur Bud Spencer-Doku mit Mitmachmöglichkeit.
M dot Strange hat seinen eigenen YouTube-Channel (mit “Film Skool”) und natürlich ebenso eine Internetseite.
Schlußendlich haben wir uns noch über Twitter unterhalten und den Vorschlags-Tag #IndieMM. Einmal hier klicken und man sieht, wie das dann aussieht bei Twitter und man kann sich gleich einige Empfehlungen abholen. Die Idee kam übrigens von MentalEclectic.
Ich hoffe das waren alle Verweise, ansonsten bitte einfach im Kommentar anmerken, dann verlinke ich das Fehlende. Kritik und Anregungen passen ebenso in die Kommentarspalte - ein Dank im voraus!
Nun aber der MedienKulturPodcast Nummer Zwei:
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MedienKulturPodcast #1: Stefan Kluge (VEB Film)
Von derAlekx | 17.September 2009
Ich habe mich an einem kleinen Podcast versucht. Als Interviewgast durfte ich Stefan Kluge vom VEB Film begrüßen. Er hat mit seinen Kollegen einen Film unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht. Ich sprach mit ihm über den Film, Open Content, die GEMA und einige weitere interessante Themen.
Das im Podcast angesprochene Papier von Stefan Kluge über Vermarktung von Filmen unter CC-Lizenz habe ich auch gleich einmal hier eingebunden:
Des weiteren verweist Stefan Kluge im Podcast auf ein Free Content Experiment von Ridley und Tony Scott. Das Upload Magazin schrieb hier darüber. Dazu gibt es auch ein Interview von metropolog mit dem Produzenten Tom Himpe.
UPDATE: Da ich es im Podcast selber vergessen habe:

Der MedienKulturPodcast steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
Das abonnieren des Podcast müsste über diesen Link funktionieren.
Nun aber der Podcast:
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Google Checkout als Hoffnungsschimmer am Bezahlhimmel
Von derAlekx | 10.September 2009
Das Nieman Journalism Lab gräbt ein Papier der Newspaper Association of Amercia aus, in dem es um eine mögliche Bezahlplattform für Inhalte geht. Da ist es also wieder einmal, das Thema Micropayments. Das interessante an dem Konvolut ist, dass es von Google kommt und der NAA Wege zur Refinanzierung journalistischer Inhalte aufzeigen soll.
Glaubt man diesem Papier (das auf der oben verlinkten HP anzuschauen und hier als PDF heruntergeladen werden kann), dann will Google bis zum nächsten Jahr eine Möglichkeit schaffen, um z.B. journalistische Artikel zu monetarisieren. Das Modell sieht vor, dass der Technikanbieter (also Google) ganz im Sinne des iPhone AppStore oder des Android Markets einen gewissen Prozentsatz der Einnahmen zurückbehält und den Rest an die Rechteinhaber (also die Nachrichtenseiten) weitergibt.
Der Bericht von Google hat einige spannende Punkte. So geht er ein wenig weg von einem System des Bezahlens eines einzelnen Artikels hin zu ganzen Informationskörben:
“We envision the typical scenario to be where a user pays a monthly fee for access to a wide-ranging package of premium content. One example of a ”package” might be full access to the WSJ; another “package” might include the top 10 business publications. Google believes that there is real power and benefit to publishers in providing these sorts of broad, multi-publication access passes.”
Wieder einmal zeigt sich, dass die Pornoindustrie wohl zu Recht als Wegbereiter des kommerziellen Internets angesehen werden kann. Denn diese “access passes” sind mitnichten so revolutionär neu, wie Google es hier andenkt. Es gab vor ca. einem Jahr einen schönen Artikel über den Verkauf von pornographischen Inhalten im Web - leider finde ich ihn gerade nicht. Der Grundgedanke war bestechend einfach: Wenn jemand einer gewissen Passion fröhnt, dann wird diese Leidenschaft nicht vor unterschiedlichen Website-Namen halt machen. Vulgo: Steht man auf dicke Titten oder lange Schwänze, werden einem die anderen Seiten zu diesem “Thema” ebenfalls interessieren. Man halt also genau jenes oben zitierte Modell verwendet: Einzelpass für eine Seite, oder einige wenige Euro mehr zahlen und Zugang zu x Seiten. Aufgrund der für digitale Inhalte äußert geringen (oder gegen Null laufenden) Grenzkosten ist ein solches Vorgehen äußerst lukrativ.
Der Lesezirkel als Urahn der Idee
Natürlich war die Pornoindustrie da auch nicht der große Erfinder. Vielmehr - und nun kommen wir wieder zu Zeitschriften - ist dieses Korbgeschäft seit jeher Inhalt eines jeden Lesezirkels. Diese etwas angestaubte Version des Verbundverkaufs liefert einem eine gewisse Auswahl an wöchentlichen Zeitschriften gegen einen niedrigen Gesamtbetrag. Im Netz wird diese Auswahl wohl billiger und vor allem flexibler von statten gehen.
Google folgend gibt es somit drei Möglichkeiten um an Kohle für Contet zu kommen:
- Das digitale Abo: Ich habe mein Spiegel-Abo für’s Internet
- Das Korb-Abo: Ich habe den Korb “Nachrichten & Kultur” abboniert und habe somit beispielsweise Zugriff auf alle Inhalte der Seiten Spiegel, Focus, Stern sowie Cicero, Lettre International, Monopol und Merkur (die Anbieter werden nach einem bestimmten Schlüssel entlohnt)
- Einmalzahlung: Ich sehe einen fremden Artikel, der mich brennend interessiert und ich zahle für ihn extra 0,10€ oder einen anderen Betrag
Eigentlich alles gar nicht so neu. Warum ist es trotzdem spannend? Google hat die Möglichkeiten solcherart Systeme auf dem Markt durchzudrücken. Google Checkout soll aber - und nun wird es leicht konfus - gar nicht geändert werden, wie ein Sprecher von Google vom Nieman Journalism Lab zitiert wird: “As for Checkout, we don’t have any specific new services to announce but we’re always looking for ways to make payments online more efficient and user-friendly.”
Ein cleverer Schachzug ist es von Google allemal. Denn anstatt Kampfansagen an veraltete Geschäftsmodelle, kommen sie den Nachrichtenproduzenten entgegen und versuchen ihnen zu helfen ihr Kerngeschäft zu monetarisieren. Nur: Wenn Google sich 30% vom Kuchen abschneidet, dann handelt es sich wohl eher um eine firmeninterne Win-Win-Situation: Wollen die (vermeintlichen) Rechteinhaber so weitermachen wie bisher? Super, das ist toll für die Suchmaschine und ihre Werbeeinnahmen. Wollen die (vermeintlichen) Rechteinhaber Bezahlschranken hochfahren und Unterstützung durch Google? Super, dann mal her mit den Prozenten. Glückliches Google.
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Mediale Produkte zwischen Produktion, Rezeption und Narration
Von derAlekx | 9.September 2009
Gerade war ich auf der Suche nach einigen Beispielen für kollaboratives Filmschaffen. Die Zusammenarbeit von unterschiedlichen Menschen an einem Film ist nichts Neues. Immer schon haben viele Hände ihren Abdruck an Zelluliodwerken hinterlassen. Selbst bei Kurzfilmen finden schnell ein gutes Dutzend Personen zueinander.
Die schwammige Begrifflichkeit vom „kollaborativen Film“ soll im Grunde aus
sagen, dass Laien respektive Nicht-Profis sich an der Herstellung eines Films beteiligen. Oder aber, dass Menschen (inklusive Profis) kleine Teile für ein großes Ganzes liefern: Eine Drehbuchseite, zehn Sekunden Animation oder eine Landschaftsaufnahme. Ganz geklärt ist dies (begrifflich) wohl noch nicht.
Interessant an dieser neuen Form filmischer Zusammenarbeit ist die Verwischung von einst starren Grenzen. Wir kennen das aus unser Jugend: Ich gehe ins Kino und schaue mir dort einen Film an. Auf der einen Seite die Produktionsmannschaft, die den Film geschrieben/gedreht/geschnitten hat. Auf der anderen Seite der Rezipient, welcher sich das Werk anschauen konnte/durfte/sollte.
Heute gibt es Produktionen (freilich v.a. im Bereich des Underground), bei denen ich beim Drehbuch mitbestimmen kann, am Set zuschauen oder gar mitspielen darf und mich beim Schnitt einbringen kann. Natürlich sind diese Formen nicht ganz so neu, wie sie unter dem schicken Titel „kollaborativer Film“ daher kommen. Die Alternativszene der 70er und 80er Jahre hat in ebenso kleinem Rahmen mediale Amateurproduktionen hervorgebracht. Es konnte und kann jeder seinen Kurzfilm machen – daran hat sich nicht viel geändert.
Das alte Modell: Produktion vs. Rezeption
Die (wissenschaftlichen) Vorstellungen aus dem Massenmedienzeitalter sahen schlicht zwei Näherungsweisen an Medienprodukten vor: Die Produktion von Medieninhalten auf der einen und die Rezeption ebendieser Inhalte auf der anderen Seite. Für die Masse an Menschen war die Rezeptionsseite vorgesehen. Punkt.
Was aber ist nun, wenn sich Menschen zuerst am Produktionsprozess beteiligen und sich später das Werk anschauen? Dieser Fall ist nicht so sonderbar, wie man auf den ersten Blick meint. Filmprofis kennen diese Situation seit je her.
Die aktive Rezeption als Form medialen Umgangs
Aber was, wenn ich zwar nicht an der Produktion der Medienprodukte beteiligt bin, wohl aber diese Produkte aktiv nutze und mich nicht von ihnen passiv berieseln lasse? Dieser Umstand trifft beispielsweise auf Computerspiele zu. Hier hat der User Möglichkeiten das Spielgeschehen aktiv zu steuern, aber die Produktion des Spiels selber lag zumeist nicht in seinen Händen.
Diese Beispiele zeigen bereits, dass es unübersichtlich geworden ist im Verhältnis von Produktion und Rezeption. Der Endnutzer (früher pauschal Konsument genannt) hat verschiedene Möglichkeiten der Involvierung gegenüber Medienprodukten. Dieses involvement bezieht sich dabei sowohl auf die Produktions- wie auch auf die Rezeptionsebene. Sieht man diese Möglichkeiten als Pole der Involvierung, so würde sich folgendes Schaubild ergeben (zum Vergrößern einfach drauf klicken):
Auf der X-Achse ist der Beteiligungsmodus innerhalb der Produktionsphase eingezeichnet. Die Y-Achse zeigt den Beteiligungsmodus innerhalb der Rezeption bzw. Nutzung des Endprodukts.
Nimmt man nun jeweils die vier zueinanderstehenden Extreme, dann könnte man daraus vier Idealtypen bilden:
Der Nutzer bzw. User
Dieser Typus hat zwar nichts mit der Produktion des Werks zu tun, aber in der Nutzung kann er sich aktiv einbringen. Spielt er ein Computerspiel, dann kann er durch seine Aktionen das Spiel bestimmen, exakter: die Handlung voranbringen.
Der Rezipient
Er ist der Klassiker innerhalb der Typologie. Egal ob Film oder Fernsehen – er bleibt der Produktion fern und gibt sich der Rezeption passiv hin.
Der Kollaborateur
Diese Form des medialen Daseins war früher einer beschränkten Gruppe von Medienprofis oder äußerst aktiven Laien vorbehalten. In heutigen Zeiten ist die Teilnahme am Produktionsprozess leichter geworden. Der angesprochene kollaborative Film ist sodann das Endprodukt dieser Zugangserleichterung. Die Rezeption verweilt jedoch in einem passiven Status.
Der Reziprok
Reziprok bedeutet soviel wie ‚wechsel- oder gegenseitig’, aber auch ‚aufeinander bezogen’. Idealtypisch würde eine solche Person also sowohl den Produktions- wie auch den Rezeptionsprozess aktiv mitgestalten. Er wäre auf der einen Seite an der Herstellung des Medienprodukts beteiligt. Auf der anderen Seite würde er aber auch im Rezeptionsprozess aktiv einwirken.
Klar sollte dabei sein, dass die vier Typologien als idealtypisch anzusehen sind. Daneben wird es viele weitere Formen geben. Rezeption und Produktion können in verschieden starken Ausprägungen vorkommen und somit eine große Bandbreite an medialer Partizipation abdecken – sowohl in der Beschreibung des Nutzer als auch des Medienprodukts.
Die Narration als dritte Komponente
Verfeinern könnte man dieses Modell mit einer dritten Komponente. Alle medialen Produkte, egal ob Spiel, Musik, Film, Podcast, Artikel oder Wiki erzählen uns eine Geschichte. Man kann sich in virtuellen Welten spielerisch fortbewegen, sich etwas über die Sportszene anhören, seine Ideen in ein Wiki-Drehbuch einfließen lassen oder ein YouTube-Video bearbeiten. Überall werden Storys erzählt, Geschichten erfunden oder weitergegeben.
Die Frage die sich hier wiederum stellt: In wie ist der Nutzer in das Storytelling eingebunden? Erzählen ich die Geschichte oder lasse ich sie mir erzählen? Verändern meine Aktionen in der Nutzung die Erzählung? Habe ich die Erzählung mit produziert? Kann ich das ständig machen?
Würde man nun die drei Komponeten Produktion, Rezeption und Narration in einem grafischen Gebilde zusammen fassen, könnten mediale Produkte anschaulich untergebracht werden können. Der Grad der Involvierung des Nutzers in das Storytelling ist das Bindeglied zwischen der Produktion und der Rezeption und lässt so ein dreidimensionales Diagramm entstehen.
Der Vorteil einer solchen visuellen Umsetzung liegt zum einen in der Einordnung medialer Produkte in einem verständlichen Schema, inklusive einer Clusterbildung ähnelnder Medienkategorien jenseits von bekannten Medieneinordnungen wie Fernsehen, Film, Computerspiel o.ä.
Zum anderen kann man anhand dieser drei Kategorien immer auch schauen, wohin die Reise geht, wenn man ein Produkt danach befragt, ob man den Produktions-, Rezeptions- oder Narrationsprozess offener und partizipativer gestalten sollte. Denn vielleicht gibt es bereits in anderen Mediengattungen Produkte ähnlicher Art.
Somit würde ein solches 3D-Modell auch die multimediale Transformierung von Anwendungen, Spielen, Filmen und Geschichten erleichtern.
Was haltet Ihr von einem solchen Modell? Und vor allem: Kennt jemand ein Programm, mit dem man relativ leicht ein solches 3D-Modell umsetzen könnte?
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Coding for Sustainability: Workshop
Von derAlekx | 31.August 2009
Heute gibt es einmal einen Partizipations-Aufruf für die reale Welt. Es geht nicht um einen Kommentar oder eine Tweeterei (wenngleich diese auch sehr gern gesehen sind!), sondern um die Teilhabe an einem Workshop.
Die Initiative “Coding for Sustainability” haben einige Bekannte und ich vor kurzem ins Leben gerufen. Wir stellen uns die Frage, in wie weit man Probleme der Nachhaltigkeit mit den Mitteln moderner Technologien lösen kann? Dabei soll es um die Möglichkeiten der neuen Handygenerationen gehen. Smartphones, wie das iPhone oder das “Googlephone”, haben durch die Anwendung von sogenannten Applikationen die Nutzbarkeit von Mobilfunkgeräten immens erweitert. Wie aber können solche mobilen Applikationen für Themen der Ökologie und des Sozialen konstruktiv verwendet werden?
Genau darum wird es in einem Workshop gehen, der am 22.09.2009 ab 17.30h in Wien (Österreich) stattfinden wird. Dieser Startschuss zu einer Reihe von Veranstaltungen soll mögliche Anwendungsgebiete im Nachhaltigskeitssektor eruieren und potentielle Applikationen vordenken und deren Umsetzung unterstützen.
Eingeladen sind Interessierte aus allen Gebieten mit einer Leidenschaft für Nachhaltigkeits- und Zukunftsthemen sowie mobile Technologien. Egal ob Designer oder Programmierer, Grafiker oder Blogger - die Interdisziplinarität sichert zumeist die besten Lösungen. Anmelden kann man sich in Facebook auf der Veranstaltungsseite.
Der Workshop selber wird in der Garnisongasse 7/21, 1190 Wien stattfinden. Der Raum befindet sich im Halbparterre (eigentlich 1. Stock). Dieser Saal wird freundlicherweise von der Agentur Mehrblick zur Verfügung gestellt.
Die Veranstaltung wird von Blögger sowie der Initiative WeissSee2250 unterstützt und dankenswerterweise von MAKAvA mit deren excellenten Getränken ausgestattet.
Also Freunde, auf auf, meldet Euch an - meldet Euch vor allem schnell, denn wir haben nur noch 9 Plätze zu vergeben!
Themen: Medienkultur, mobile Kultur | Kein Kommentar »
Lesebefehl: Die Kulturflatrate als Kulturkampf
Von derAlekx | 1.Juli 2009
Im Medienkulturblog ist es in letzter Zeit sehr ruhig geworden, dies wird leider leider auch zwei Wochen noch so bleiben müssen.
Damit der geneigte Leser aber dennoch ein wenig Futter bekommt, sei an dieser Stelle auf einen sehr lesenswerten Artikel von Marcel Weiss auf netzwertig.com verwiesen. Der programmatische Titel “Kulturflatrate: Pro und Contra” verrät bereits worum es geht. Die Kulturflatrate, auch von der Filmindustrie sehnlichst erwünscht, geistert dieser Tage vermehrt durch das politische Establishment. Die Thematik ist gar nicht so simpel, wie sie auf den ersten Blick vielleicht scheint. Marcel Weiss schafft hier eine gute Aufarbeitung der Problematik. Dass er dabei - trotz anderslautendem Titel - durchgehenden contra argumentiert, ist verschmerzbar. Denn die Diskursstränge beider Seiten sind wunderbar herausgearbeitet. Chapeau!
Also, auf auf, weg von meinem leeren, lahmen Blog, hin zu Text & Inhalt!:)
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Verändert Social Media den öffentlichen Raum?
Von derAlekx | 9.Juni 2009
Es wird ja viel darüber geheult, dass die Deutschen, Österreicher, ja eigentlich ein Großteil der Europäer keine Social Media Eruptionen aufweisen können. In den USA gab es eine Vielzahl an Kampagnen, die ihren Start im Social Web hatten und sodann ihr Anliegen einem Wellenbrecher gleich in die gesamte Gesellschaft verschifften. Barack Obama - so sagt man gerne, weils so schön klingt - soll der erste Internet-Präsident sein. Facebook, Twitter & Kollegen sollen ihm den Wahlsieg beschert haben. Und in Old Europe ist einzig Flaute, Windstille, Totengesang.
Hier in Wien könnte es nun zum ersten Mal zu einem solchen sozialmedialen Sturm auf die Bastille kommen. Das Museumsquartier (MQ),(Wikipedia) , gleichermaßen Kunst- wie Chillout-Zone, soll gereinigt werden. Bisher galt der Innenhof der ehemaligen k.u.k. Hofstallungen als öffentlicher Platz. Zumindest wurde er als solcher behandelt. Es wurden Bänke zum verweilen installiert und auf der weitläufigen Fläche auch sogenannte Enzis (hier ein Bild dieser Liegeplätze) aufgestellt.
Diese Maßnahmen sorgten für einen ungeheuren Erfolg des sehr umstrittenen Projekts. Während der Sommermonate liegen, lagern, lungern Menschen jeglichen Alters, jeder Nationalität und Schicht irgendwo im weiten Terrain des Prachtbaus. In den Gebäuden gibt es derweil ein buntes Programm kultureller Leckerbissen. Hochkultur trifft Untergrund. Ich bekenne offen, dass dieser Platz zu meinen Lieblingsorten in Wien zählt. Jeder Besucher und Einwohner sollte einmal hier gewesen sein. Es zeigt ein Wien und ein Österreich abseits typischer (leider nicht unberechtigter) Vorurteile von Rechts-Konservatismus und Scheinheiligkeitspopulismus.
Aber dieses gute Leben im Bösen ist bedroht. Denn obwohl der kritische (Kunst-)Diskurs tagtäglich durch die Hallen des MQ’s weht, hat die Verwaltung in einem Genie Schildbürgerstreich eine Verbotsliste erster Güte vorgelegt. So ist der Verzehr von alkoholischen Getränken nur mehr durch den Vor-Ort Kauf bei ansässigen Gastronomen erlaubt, was einem Zwangskauf gleichkommt. Radfahren, Skateboarden, Inlinern oder ähnliche Freizeitaktivitäten werden ebenso unterbunden wie Musizieren. Dies wurde begründet mit vermehrten Unfällen sowie Lärmbelästigung der Anwohner. Ein Problem, welches bereits länger bekannt ist. Eine schiefe Optik bekommen diese Maßnahmen aber nicht zuletzt durch die Ersetzung von öffentlichen, kostenlosen Toiletten durch kostenpflichtige Angebote. Alles in allem sieht es stark nach einer Durchkommerziallisierung des Museumsquartiers aus.
Die Reaktion folgte prompt: Eine Facebook-Gruppe (”Freiheit im MQ!”) bildete sich, welche aktuell über 12.000 Mitglieder hat. Protestschreiben wurde via Facebook ebenso organisiert wie zwei Happenings für die jetzt anstehenden Wochenenden. Und es gelang der Turn-Over in Richtung alte Medien. Zeitungen berichteten (z.B. Die Presse und Der Standard), auch der öffentlich-rechtliche Radiosender FM4 berichtete. Die Wellen gingen in der kurzen Zeit bereits so hoch, dass sich die Verwaltung zu einer Stellungnahme (hier die Presseaussendung) veranlasst sah und merklich zurückruderte. Der Ton wurde wieder freundlicher. Aber in der Sache ist noch keine Bewegung ersichtlich. Vielmehr könnte sich die PR-Aussendung als weiterer Fauxpas darstellen. Denn sie beginnt folgendermaßen: “Das MQ ist rechtlich gesehen Privatgrund mit öffentlichem Durchgangsrecht (…)”. Rechtlich gesehen mag dies in Teilen stimmen, denn das Areal ist in eine “MuseumsQuartier Errichtungs- und Betriebs GmbH (MQ E+B GmbH)” ausgelagert worden. NUR: In wie weit ist ein Grund mitsamt den Gebäuden, welche für Steuergelder in Höhe von ungefähr 150 Million Euro saniert, umgebaut und umgewidmet wurden, tatsächlich Privatbesitz? In wie weit darf also die Verwertungsgesellschaft jenen Bürgern Vorschriften machen, die ihre Gründung erst bezahlt und somit ermöglicht haben?
Hier bahnt sich der - zumindest für Österreich - erste Social Media Sieg an. Es sieht alles danach aus, als ob man gerade eine Case Study bei ihrer Entstehung beobachten darf. Was sind die Gründe, dass das Thema so hochkocht, die Unterstützung so massiv und ein Sieg in greifbarer Nähe ist? Letzteres ist den nahenden Wahlen in Wien geschuldet. Die bei den Europawahlen schwächelnde Stadt-Regierungspartei SPÖ wird es sich kaum mit einer großen Wählerschaft verscherzen wollen - vielmehr hätte hier ein schlauer Politik die Möglichkeit auf Stimmfang bei Jungwählern zu gehen (Facebook als Handlungsanleitung). Darüber hinaus ist die Durchkommerzialisierung eines gut laufenden Mischfeldes von Kunst & Kommerz offenkundig. Die Verbreitung dieser neuen Richtlinien aber läuft im Normalfall nicht so schnell. Der Großteil meines eigenen Freundeskreises kam durch Facebook mit der neuen Hauspolitik in Berührung (Facebook als Informationsverteiler). Aber nur das Wissen um einen (persönlich gesehenen) Mißstand ist noch keine Artikulation von Protest. Dafür muss sich eine Masse an Menschen formieren und ihren Unmut kundtun. Die Formierung (Gruppe) und Organisation des Widerstandes (Protest-Veranstaltungen) läuft gerade erst an (Facebook als Organisationsort). Schlussendlich ist unser Mediensystem immer noch auf die alte Schule von Presse & Fernsehen ausgelegt. Diese müssen aber die Wichtigkeit des Themas erkennen können - vor allem für eine größere Anzahl ihrer Leser (Facebook als quantitativer Relevanzmesser).
Diese Aspekte scheinen hier in dem speziell vorliegenden Fall zusammen zu kommen und bilden damit den Nährboden für einen Zusammenschluss von Menschen via Social Media. So können viele einzelne kleine Wellen des Wuts zu einem Sturm der Entrüstung werden und dem Flagschiff Museumsquartier volle Breitseite geben und es zum Umlenken zwingen.
Was glauben Sie, taugt dieses Beispiel als Case Study?
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