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Vom Kuscheln und Stimulieren

Von derAlekx | 29.April 2009

ma49

Diese Aufnahme muss noch nachgereicht werden. Die 1,5 Aktionswochen scheinen schließlich gerade noch zu laufen… 

Die Wiener Mülbeseitiger rufen auf zu einer öffentlichen Dreckwegräumaktion und bewerben ebendiese mit eben obigem Plakat. Ich finde es sehr fein gemacht, vor allem die mitschwingende Geschichte finde ich gut erzählt. Es geht um nicht mehr als den ständigen (penetranten wie nervigen) Aufruf doch bitte keinen Müll in Parks, auf Straßen oder sonst wo abzuladen (vulgo: wegzuwerfen). Während der schon länger verwendete Slogan “Bau keinen Mist” wohl nicht ganz so brilliant und zu kasernentonmäßig daher kommt, ist das Photo mitsamt der Zeile “Fühl Dich wie zu Hause” in einem warmen Grundtenor verpackt: Der öffentliche Raum als private Spielwiese und nun räumen wir gemeinsam auf.

Besser kann man eine solche Aktion kaum bewerben. Denn worum geht es hier eigentlich? Ich soll den Mist anderer Menschen wegräumen. Nicht gerade etwas, was den individualitätsgeschulten oder egoistischen Menschen aus seiner Wohnung lockt. Aber die dahinter stehende Erzählung vom Aufräumen der eigenen Wohnung, der Sauberkeit und Wohnlichkeit der eigenen vier Wände und der optischen Übertragung dieser Zustände auf die öffentliche Wiese und Stadt macht vielleicht ein wenig mehr Lust auf gemeinschaftliches, soziales und ebenso ökologisches Engagement. Und das alles nicht mit der imperativen “Bau keinen Mist”-Keule, sondern mit der Wohlfühlnummer und dem Kitzeln des menschlichen Zuständigkeits-GENs.

Mein Haus, meine Straße, mein Block, meine Wiese. Sido hatte doch irgendwie Recht…

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