Medienkulturblog

« Schweinebauern und Mexiko-Grippe | Home | Wie Google die Gegenwart futurisiert »

Fundierte Argumentationen & die Ursula

Von derAlekx | 7.Mai 2009

Ich bin von Frau von der Leyen als zum Teil schwer pädokriminell bezeichnet worden. Nun ja - nicht nur ich, sondern auch noch ein riesiger Haufen anderer. Eben die 20% Netznutzer, die sich ein wenig auskennen, wie der Stylespion mit Wut im Bauch schreibt und dabei auf ein Interview mit der Bundesfamilienministerin und radio eins verweist.

Früher auf dem Schulhof haben wir in einer solchen Situation “Selber! Selber!” gerufen und waren stolz ob unserer ebenso differenzierten Argumentation. Ein wenig später stand man dann der mutiger werdenden Homosexuellen-Szene bei und rief den Hassern gleichgeschlechtlicher Liebe ein “Wer gegen Schwule hetzt ist selber schwul!” zu - schon ein wenig ausufernder diese Beweisführung. Und heute? Da wird man schulisch und universitär auf gehobenes Niveau gedrillt und bekommt dann qua politischer Führung ein solche Breitseite verpasst. Nunja… populisitsch kann ja jeder! Also wieder die einfache Begründungsschublade geöffnet und hinausgeschrien: Wenn Du doofe doofe Familienministerin mich als Pädophilen beschimpfst, dann ist das vielleicht nur die Flucht nach vorne! Die Flucht vor den eigenen abartigen Phantasien! Jawohl!”

So, hihihaha, nun gegenbrandmarke ich die Ursi als Pädophilin… wie lustig… hoho, welch kommunikativer Streich… da wird sie sich aber dolle ärgern, die Bundesministerin! Hauptsache gleiches Niveau, hehehehehe, haha…

Fundierter und sprachlich sauberer geht’s im “Indiskretion Ehrensache”-Blog von Thomas Knüwer zu, der einen Artikel zur Online-Petition zwischen Meta-Analyse und politischem Standpunkt verfasst hat. Toll! Lesebefehl!

Und eine Frage hätte ich noch an die Leserschaft: Kommt es mir nur so vor, oder ist der Ton der Frau von Leyen schärfer geworden, nachdem der medienpolitische Sprecher der SPD, Jörg Tauss, wegen Kinderpornographie-Vorwürfen vor kurzem zurückgetreten ist? Und da - wie ich auf Spiegel Online (siehe Links) lesen durfte - dieser sich gerne kompromittierendes Material per MMS schicken ließ, wird mir (und den 20% anderen Handy-Nutzern, die wissen was eine MMS ist) bald auch mein Handy weggenommen? Stringent argumentierend wäre das nötig! Aber dann bitte auch die VHS-Player, um nicht der analogen Kinderpornoindustrie Vorschub zu leisten. Vielleicht doch eher einfach 20% der Bevölkerung die Augen ausstechen. Dann können sie sich dieses widerwertige Material nicht mehr ansehen. Ich glaube nur ehrlich gesagt, einfach die Server ausfindig zu machen ist simpler. Und da Kinderpornographie wohl rund um den Globus richtigerweise geächtet ist, wäre das auch eine polizeiliche Maßnahme, die durchführbar wäre.

Interpol in Aktion, statt politischer Aktionismus. Aber dann gäbe es ja kaum noch Kinderpornographie im Netz und wie sollte man dieses Thema dann populistisch ausschlachten?

No related posts.

Ähnliche Artikel bereitgestellt von Yet Another Related Posts Plugin.

Topics: Medienkultur |

Kommentare