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Wie Mobilfunkbetreiber zu Banken werden (Teil 1/2)
Von derAlekx | 9.Mai 2009
Ich habe mir vorhin ein Ticket gekauft, für die U-Bahn. Denn Schwarzfahren macht man ja nicht. Und ich werde endlich mal wieder verreisen und habe mir soeben voll Stolz einen Flug gebucht. Denn Ausspannen muss sein. Nun warte ich gerade auf mein Mittagessen, leckeres Sushi ist bereits auf dem Weg. Denn ohne Essen geht gar nichts. Außerdem bin ich froh, dass ich dieses Jahr den Muttertag nicht vergesse. Denn ich habe soeben für meinen weiblichen Elternteil Blumen geordert und mir ein Jahr ihrer Liebe erkauft. Leider hat der HSV gestern verloren und ich auch. Denn Wetten sollte man besser nicht eingehen. Endlich habe ich auch das Geld für das Fachbuch überwiesen. Denn eine Mahnung genügt. Dafür belohne ich mich heute Abend selbst und schaue mir Wim Wenders Film „Palermo Shooting“ an. Denn der ist endlich hier in Wien angelaufen!
Was hat dieser Tagesablauf für einen kleinsten gemeinsamen Nenner? Alle obigen Handlungen wurden mit dem Handy bezahlt. Egal ob ich nun die Öffis der Wiener Linien unterstütze oder mir Sushi kommen lasse; egal ob Online-Wette oder Offline-Blumen. Bei allen Transaktionen ist mein Handy das Zahlungsmittel der Wahl. Denn ich gehöre zu jenen Menschen, die ab und an gerne mal ihre Geldbörse zu Hause lassen. Zugegeben nicht sehr häufig, aber dann umso schmerzlicher vermisst. Aber im Gegensatz zu meinem Portemonnaie habe ich mein Handy immer dabei. Mir ist es egal, ob dieses Mobilfunkgerät irgendwann in meine Kleidung implementiert wird. Denn ich fühle mich bereits heute nackt ohne diesen mobilen Gesprächsbegleiter. Mein Handy weiß mehr über mich als ich. Es weiß, wann ich wo hin muss; sagt mir welche Aufgaben zu erledigen sind; dirrigiert mich durch die urbane Unübersichtlichkeit der Einbahnstraßen; singt mit mir meine Lieblingssongs; zeigt die Liebesbriefe, die ich per E-Mail erhalte; ich spiele mit ihm und vertrau ihm meine Notizen an. Und ich fühle mich auf skurrile Art sicher, wenn ich mit meinem Mobilfunkempfangsgerät bezahle.
Ich weiß nicht einmal genau warum. Vielleicht liegt es an der SMS, die ich bekomme, wenn ich irgendwo eine PIN eingeben muss. Oder an dem kürzlichen Anruf bei einer Überweisung, sehr freundlich die Dame! Oder aber weil ich diesem Gerät sowieso schon alles anvertraue. Warum also nicht auch meine Rechnungen?
Zumindest bin ich nicht der einzige. So glaube ich und weiß es nicht. Es gibt für diese Dienste einige Anbieter in Europa mit unterschiedlichen Angeboten. Dennoch muss ich jedes Mal ein wenig lachen, wenn ich als Deutsch-Niederländer die Diskurse in meinen Heimatländern mitanhören darf. Denn mit dem paybox-System ist den Österreichern ein fast schon großer Wurf gelungen. Paybox kennt man auch noch in Deutschland. Damals im Jahr 2003 hatte die Deutsche Bank keine Lust mehr im mobilen Zahlsystem mitzuspielen und ging von der Stange, kurz darauf ging paybox ein. Der Ösi-Ableger wurde von der Mobilkom Austria übernommen (später kam One/Orange als Teilhaber und T-Mobile/tele.ring als strategischer Partner hinzu) und sukzessive als mobiles Bezahlsystem in allen Lebenslagen ausgebaut. Heute hat es eine nicht unbeachtliche Partnerpallette. Viele Geschäfte und Organisationen haben ihren Kunden die Möglichkeit eröffnet, neben Bargeld und Kreditkarte auch das Handy zum Begleichen von Beträgen einzusetzen. Abgebucht wird ganz simpel mittels monatlicher Handy-Rechnung. So gesehen ganz ähnlich wie eine Kreditkarte mit monatlicher Saldierung (diese Form ist ja gerade in Deutschland beliebt).
Das System ist ausbaufähig, keine Frage! Und noch weit entfernt wirklich alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Durchdringung muss weiter erhöht und die Kundenanzahl vervielfacht werden. Aber das Grundprinzip ist durchaus spannend.
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Hier geht zum zweite Teil: Wie sieht es in Zukunft aus? Womit wird gezahlt, wer zahlt und wie wird abgerechnet? Und was bedeutet es, wenn Mobilfunkbetreiber in das System der Banken vorstoßen?
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Topics: Medienkultur, mobile Kultur |
