Medienkulturblog

« Wie kann man einen Kurzfilm bekannt machen? (Teil 2/5) | Home | Wie kann man einen Kurzfilm bekannt machen? (Teil 4/5) »

Wie kann man einen Kurzfilm bekannt machen? (Teil 3/5)

Von derAlekx | 13.Mai 2009

In einer fünfteiligen Serie spüre ich den Möglichkeiten nach, die sich in Online und Offline für einen Kurzfilm ergeben. Heute geht es um Blogs & Netzwerke.

Serienübersicht: Teil 1, Teil 2, Teil 4, Teil 5

Der Blog: Making-Of, Photos und Drehbuch

Eine weitere Möglichkeit sich eine Zuschauerschaft aufzubauen ist es, schon in der Drehphase einen Blog zu führen. Sozusagen das Tagebuch der audiovisuellen Unzulänglichkeiten. Denn ein Kurzfilm ist letztlich immer eine Mangelwirtschaft. Zu wenig gute Dialogideen, zu wenig Schauspieler, keine fähigen Cutter oder Kameraleute, kein geeignetes Material und natürlich immer schlechtes Wetter wenn auf dem Papier strahlender Sonnenschein steht. Mach aus dieser Not eine Tugend und schildere alle Pleiten, Pannen und  Pausen. Meistens hat die Crew sowieso ihre Digi-Cams dabei, bitte sie Dir die Bilder weiterzuleiten und frag ob Du sie veröffentlichen darfst. Schreibe was gut und schlecht läuft, lass die Leser am Schicksal des Werks teilhaben. Wer zumindest einmal in der Woche einen Statusbericht liest, wird sicher zum Schluss auch den fertigen Film begutachten wollen. Diesen kannst Du dann natürlich gleich auch wieder in Deinem Blog einbetten.

Und: Die Leser bleiben Dir meist erhalten. Wenn das nächste Werk ansteht, wird auf dem gleichen Blog weiterberichtet. Vielleicht kommt aus der Netzgemeinde auch eine gute Idee für eine Szene oder ein Materialproblem – einfach mal anfragen. Konstruktive Ideen halten viele bereit und erzählen sie auch gerne weiter!

Der CreativeCommons-Ansatz: Lass Remixen, Alter!

Ein wenig Mut und Opferbereitschaft ist gefragt, wenn man die Community im Internet noch stärker einbinden will. Du kannst Deinen Kurzfilm nämlich auch aus Deiner urheberrechtlichen Obhut entlassen und ihn für Spielereien jeglicher Art zur Verfügung stellen. Der Film ROUTE66 der VEB Film Leipzig ist so ein Beispiel. Er steht unter einer so genannten CreativeCommons-Lizenz (die zum Film zugehörige findet man hier) und steht damit jedem Interessierten zur Weiterverarbeitung, Änderung oder Neuvertonung zur Verfügung. So gibt es bereits neue Trailer zu dem Film, hergestellt an der Fachhochschule Furtwangen. Da es so etwas momentan noch kaum gibt, ist Dir eine gewisse Öffentlichkeit gewiss. Was daraus wird kannst Du dann natürlich nicht mehr beeinflussen. Auch hast Du u.U. kein Recht mehr auf etwaige Lizenzeinnahmen. Dafür erhälst Du, wenn Dein Werk anschlussfähig genug ist, nicht nur Variationen Deines Films oder Musikvideos mit Deinem Filmmaterial, sondern eben auch zumeist einen Link auf das Originalwerk – also Deinen Kurzfilm.

Die sozialen Netzwerke

Wie bisher wohl schon durchscheint: Es geht darum, Möglichkeiten zu schaffen. Möglichkeiten, mit Deinem Werk in Berührung zu kommen. Du kannst niemanden zwingen Deinen Kurzfilm anzuschauen – nunja, bis auf Deine Familie vielleicht. Aber Du kannst den Menschen da draußen den Weg zu Deinem Film aufzeigen. Viele werden sicher gerne folgen. Also schau Dir an, in welchen digitalen Netzwerken Du aktiv bist und welche sich dafür eignen würden, Deinen Film zu promoten. Einige Beispiele will ich kurz anführen:

·      SchülerVZ / StudiVZ / MeinVZ: Der Facebook-Klon ist unter den sozialen Freundesnetzwerken im deutschsprachigen Raum wohl noch einer der bekannteren Vertreter. Hier kann man für die Filmcrew und/oder für die Freunde des Films eine eigene Gruppe einrichten. Weniger interessant sind dabei die Mitglieder selber als die Bekannten, die über diese Gruppe zum Film stoßen können. Wichtig dafür: Sprechender Gruppentitel! Also Name des Films hinein, in etwas so: „Freunde des Films ‚Lost’“ – wenn denn der Film LOST heißen würde. Vielleicht doch eher einen Namen verwenden, der bisher nicht verwendet wurde ;-) Auch Status-Meldungen können mit dem Filmtitel bespickt sein. Ein Link auf den Blog (siehe oben) oder den Film selber sollte auf der Vorstellungsseite auch nicht fehlen.

·      Facebook: Hier gilt im Grund dasselbe. Facebook wird immer beliebter im deutschsprachigen Raum und hat ebenso nette Funktionen um Öffentlichkeit herzustellen bzw. Kontaktmöglichkeiten zum Film zu managen.

·      Twitter: Du bist bei Twitter? Du hast ein paar Follower? Dann nichts wie raus mit einem Tweet und dem Link zum Film!

·      MySpace: Diese Plattform hat den Ruf ganz große Wunder für Musiker zu bewirken. Aber auch für einen Kurzfilm kann es was bringen. Denn neben den üblichen Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Kurzfilmern (nicht zu unterschätzen!), die gerade für weitere Projekte von Interesse sein können, kann man hier auch den eigenen Kurzfilm promoten und noch einiges mehr: So könntest Du Dir in der Postproduktion überlegen, eine bisher noch relativ unbekannte Band anzusprechen. Wenn deren Musikstil zu Deinem Film passt, dann werden viele sicher gerne ihre Musik als Soundtrack zur Verfügung stellen. Vielleicht helfen sie Dir auch bei spezielleren Musikarrangements in bestimmten Szenen. Dafür verlinken sie sicher auch wieder gerne auf Deinen Film. Und Du hast ganz eigene Musik zu Deinem Werk, was äußert genial ist. Mal ganz abgesehen davon, dass dann ein großer Teil der rechtlichen Probleme beim Musikeinsatz im Film en passant verschwindet.

Bei all diesen Überlegungen zu sozialen Netzwerken gilt immer: Geben und Nehmen muss im Einklang stehen. Niemand wird Dich promoten, wenn Du nicht auch was zurückgibst. Um so stärker Du Dich also in diesen Netzwerken einbringst, umso mehr wirst Du auch zurück bekommen. Aber das versteht sich heutzutage wohl von selbst.

Im vorletzten Teil geht es ganz hinüber in die Offline-Welt, von Foren zu Festivals.

Related posts:

  1. MedienKulturPodcast #2: Wolfgang Gumpelmaier (FilmTiki) Heute gibt es die zweite Folge des MedienKulturPodcasts. Begrüßen darf...
  2. Mediale Produkte zwischen Produktion, Rezeption und Narration Gerade war ich auf der Suche nach einigen Beispielen...
  3. Alles Neu Macht Der Winter: Auf der Suche nach Podcast-Mitmachern Viel ist passiert in den letzten Wochen: Studienende vor...

Ähnliche Artikel bereitgestellt von Yet Another Related Posts Plugin.

Topics: Dramaturgie digitaler Medien, Medienkultur |

Ein Kommentar to “Wie kann man einen Kurzfilm bekannt machen? (Teil 3/5)”

  1. Malte Rüd meint:
    11.Januar 2010 at 01:31

    Ganz groß geschrieben sollte das Drehbuch werden!
    Denn bei einem Kurzfil ist das Drehbuch sehr sehr wichtig!!

Kommentare