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Wie kann man einen Kurzfilm bekannt machen? (Teil 5/5)
Von derAlekx | 15.Mai 2009
In einer fünfteiligen Serie versuche ich hier aufzuzeigen wie man sein eigenes audiovisiuelles Werk bekannt machen kann. Heute geht es um Maßnahmen in der realen Welt und wie diese auf das Internet zurückwirken können.
Serienübersicht: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4
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Das private Festival: Programmkinos und ihre Kurzfilmschienen
In vielen größeren Städten gibt es Programmkinos, die Filme abseits des Mainstreams zeigen. Viele dieser Programmkinos haben auch immer wieder Kurzfilme auf dem Sendeplan. Entweder sind diese institutionalisiert (wöchentliche oder monatliche Angebote) oder aber es wird den Zuschauern von Zeit zu Zeit ein solches Angebot unterbreitet. Einmal Nachfragen bringt meist schnelle Erfolgserlebnisse. Denn ganz uneigennützig sind solche Angebote naturgemäß nicht. Die Programmkinos bauen darauf, dass Du alle Deine Freunde mitbringst, um Dein Werk einmal im ehrwürdigen Kinosaal zu präsentieren. Diese Rechnung geht zumeist auf. Wenn Dein Ortskino eine solche Schiene nicht im Programm hat, dann geh hin und schlag ihnen einen solchen Abend vor – mit obigem Argument. Gerade wenn ans Kino noch eine Bar angeschlossen ist, solltest Du noch anmerken, dass eine Premierenfeier im Anschluss gerne vor Ort gemacht wird. Zumeist ist ein solcher Vorschlag sehr verlockend. Vor allem, wenn nicht nur Dein Film, sondern ein Komplettpaket mit mehreren Kurzfilmen (und damit vielen unterschiedlichen Freundeskreisen) arrangiert werden kann. Vorteil für den Kinobetreiber: Eintrittsgelder und Getränkekonsumation.
Wichtig bei all diesen Kinovorstellungen: Unbedingt einen kleinen Wischzettel vorbereiten. Es kann ein einfacher DIN-A4 Zettel sein. Schreibe kurz die Handlung auf und die Namen der Darsteller sowie der Crew. Da die meisten Menschen solcherart Programmhefte aus dem Theater und ähnlichen Institutionen kennen, werden sie es direkt mitnehmen und sich kurz durchlesen. An prominenter (aber nicht penetranter) Stelle muss ein Verweis auf Deinen Film im Internet (also der Link) vertreten sein. Dabei ist nicht das spannende, dass diese Person sich den Film nochmals anschaut. Vielmehr geht es hier wieder darum virale Effekte im Internet zu ermöglichen. Die Person schreibt vielleicht in seinem Blog, seiner nächsten E-Mail, auf Facebook oder in seinem Forum, dass er gestern ein Kurzfilmprogramm gesehen hat (Distinktionsgewinne für diese Person!) und verweist auf Deinen Film. Besser ist es daher eine sprechende URL (wie einen Blognamen oder eine eigene Homepage) zu haben und keine youtube-Seite mit einer schier endlosen Zahlen- und Buchstaben-Kombination, die abgetippt werden müsste.
Netzwerk-Effekte im Offline
Vor allem für Dokumentationen (aber auch für thematisch eng begrenzte Fiktion) ist zu überlegen, ob es möglich ist ein Joint-Venture mit einem Autor einzugehen. Klingt im ersten Moment skurril. Aber für den Autor entsteht hier durchaus ein Mehrwert. Wenn er ein Buch über die Müllentsorgung schreibt und Du eine Doku über die städtische Müllverbrennungsanlage gedreht hast, dann wäre es für den Leser ein Mehrwert beide Medien erwerben zu können. Für den Autor ein erhöhter Werbeeffekt („mit DVD!“), der nicht zu unterschätzen ist, gerade auch für eine Zweitauflage eines Buches. Einzig die Kostenfrage steht hier meist im Weg, DVD-Produktionen sind immer noch ein Kostenfaktor. Aber vielleicht springt ein Verweis auf Deinen Film heraus…
Old Media: Das Fernsehen und seine Kinder
Ja, das Fernsehen gibt es noch. Und es hat eine Reichweite, die immer noch unfassbar hoch ist. Aber: Die Auslesemechanismen sind ebenso unfassbar stark. Um Dein Werk in den Kurzfilmschienen von 3sat oder ARTE zu platzieren müsstest Du schon ein Festival gewinnen. Oder ganz ganz dolle sozialkritisch sein. Wenn Dein Werk also nicht von der unterdrückten Klasse mongolischer Bergbauern unter dem Blickpunkt der Globalisierung handelt, dann sieht es erstmal schlecht aus.
Aber Du kannst durchaus eine Nummer kleiner anfangen. In jeder größeren Stadt gibt es mittlerweile regionales Privatfernsehen oder offene Kanäle. Gerade letztere haben fast immer Angebote für Kurzfilme aus der Region im Programm. Schau einfach mal, was es für Angebote bei Dir gibt und ruf an. Meist sind die jeweiligen Macher froh einen Film von Ortsansässigen zeigen zu können. Und wenn’s bei Dir nur offenes Radio gibt, dann schau nach, welche Leute dort eine Sendung für eine eher jüngere Zielgruppe machen und melde Dich dort. Möglicherweise haben sie Interesse Deinen Film vorzustellen. Auch hier gilt: Immer ein Verweis auf ein Online-Angebot – und wenn es im Abspann ist!
Noch mehr Old School: Das gedruckt Wort als Pusher
Die Zeitung? Jaja, die Zeitung. Momentan gibt es im regionalen und lokalen Bereich kein anderes Medium, welches so nah an die Leute kommt wie die Tages- oder Wochenzeitung. Diese Wirkung sollte nicht unterschätzt werden! Egal ob Tageszeitung mit regionalem Teil oder Wochenblatt – egal ob Großstadt (hier auch die alternative Presse und die Stadtzeitungen) oder ländliche Gegend, sie alle haben immer Interesse an geeignetem Content. Während aber naturgemäß in Großstädten die Anzahl an Kurzfilmen größer ist, ist dieses Vehikel vor allem außerhalb von Ballungsgebieten eine gute Möglichkeit hohe Reichweiten zu erzielen. Ein kleiner vorformulierter Text mit Link hilft zumeist sehr. Dann muss der schreibfaule Journalist nur noch kopieren und drin ist es. Gratis-Blätter reißen sich eigentlich immer um jede Art von Inhalt. Ob Du neben dem Kaninchenzüchterverein erscheinen willst, musst Du aber selber entscheiden. Dennoch ist diese Möglichkeit – gerade bei qualitativ höherwertigen Tageszeitungen – interessant für Dokumentarfilme, die sich mit der Region auseinandersetzen. Wenn Du einmal eine solche Doku gemacht hast und das von Dir behandelte Thema (oder eines, was man irgendwie damit in Beziehung setzen kann) später auf die mediale Agenda gerückt wird, dann zücke Dein Handy und ruf die Lokalredaktion an. Das sind die Momente, wo die Journalisten alles aufnehmen und abdrucken, was nur irgendwie mit der Thematik zu hat.
All diese Maßnahmen können Dich dabei unterstützten, Deinen Film zu promoten und vor allem in Kontakt mit dem Publikum zu treten. Denn das sollte immer das erste und letzte Ziel sein. Alle vorgestellten Handlungen dienen dementsprechend dem Zweck eine möglichst hohe Kontaktchance mit Deinem Film zu bieten.
Diese Liste ist alles andere als komplett, es sind nur einige Stichwörter und Hinweise. Vieles werde ich vergessen haben. Ein solches Format über fünf Seiten hinweg ist auch nicht gerade die beste Form der Lektüre - ehrlich gesagt kenne ich mich auch noch nicht gut genug aus im Blogbereich um wirklich die Idealseitenzahl bei einer Serie festzulegen. Ich werde daher - vor allem auch weil per E-Mail angefragt wurde - daraus in den nächsten Tagen noch ein kostenloses E-Paper machen und es damit inhaltlich und visuell vervollständigen. Daher meine Fragen an Euch: Was habe ich alles vergessen? Welche großen Tipps und kleinen Kniffe kennt Ihr noch? Wo habe ich puren Blödsinn erzählt und was ist noch verbesserungswürdig?
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